Streitkultur-Blog
Hier bloggen wir rund um das Thema konstruktiver Streit und Debattenkultur.
Miteinander reden! Aber wie?
Auf der Fachtagung "Miteinander reden! Aber wie? Wie Dialog über polarisierte Themen funktionieren kann", die am 05.12.25 in Berlin stattfindet, stellt Eugen Pissarskoi das Ideal konstruktiven Streitens vor und reflektiert über die Möglichkeiten seiner Realisierung angesichts der aktuellen Debattenkultur.
Demokratische Streitkultur für eine digitale Öffentlichkeit
Für eine funktionierende Demokratie braucht es die verbale Auseinandersetzung zwischen Andersdenkenden. Aber warum eigentlich? Was macht einen guten Streit aus? Und was verhindert, dass wir konstruktiv streiten? Gerade in der digitalen Öffentlichkeit der sozialen Medien scheint es schwieriger denn je demokratische Streitkultur zu praktizieren. In diesem Talk identifiziert David Lanius einige Ziele, Formen und Gütekriterien konstruktiven Streits und stellt mögliche Hürden demokratischer Streitkultur und ihre Überwindung zur Diskussion.
Konstruktiv streiten in der digitalen Öffentlichkeit
Weltweit, so wird in letzter Zeit immer wieder diagnostiziert, steckt die Demokratie in einer Krise – und ohne Zweifel gibt es derzeit viele Herausforderungen, die demokratische Gesellschaften auf der ganzen Welt unter Druck setzen (Dryzek et al. 2019). Dabei wird oft eine fehlende oder mangelhafte Debatten- und Streitkultur als grundlegendes Problem gesehen; einerseits scheint die Teilnahme an der öffentlichen Debatte unzureichend inklusiv und andererseits ihre deliberative Qualität ausgesprochen dürftig zu sein. Es ist eine nahezu unkontroverse Annahme, dass eine – hinreichend partizipative und deliberative – öffentliche Debatte notwendig für eine funktionierende Demokratie ist (Fishkin 2009; Gutmann und Thompson 2004; Cohen 1997). In den letzten Jahren hat sich angesichts des Anstiegs von Populismus, Desinformation und Hassrede in der zunehmend digitalen Öffentlichkeit die Einsicht durchgesetzt, dass öffentlicher Streit in einer Demokratie kein Selbstläufer ist und konstruktiver verlaufen muss, will man ihr aus der Krise helfen.
Warum streiten wir?
Warum gelingt es uns oft nicht, Konflikte konstruktiv zu führen? Ist Streit immer schlecht? Und wie könnte man besser streiten?
Im Kern kommt es auf die Haltung an, und darauf, dass man sich die richtigen Ziele setzt. Warum streiten wir also?
Hier im Interview bei "Alles wissen" vom HR am 13. April 2023 (in der ARD-Mediathek).
Debattieren auf Englisch als Ansatz für mehr Demokratie und Teilhabe in der Schule
Nicht erst seit Erstarken der Verschwörungserzählungen und sog. Querdenker im Zuge der Coronapandemie ist deutlich, dass der gesellschaftliche Konsens über die Grundwerte, die unsere Demokratie tragen, nicht von allen Menschen geteilt wird. Rechtsextremes, völkisches und radikalreligiöses Gedankengut und Handeln findet eine besorgniserregende Verbreitung – im Internet und in der analogen Öffentlichkeit. Diese Tendenzen in allen Teilen der Gesellschaft spiegeln sich auch im Raum Schule.
Die demokratiezersetzende Wirkung von Fake News
Das Phänomen "Fake News" und seine Auswirkungen auf demokratische Entscheidungsprozesse wird spätestens seit der US-Präsidentschaftswahl 2016 und dem Brexit-Referendum breit diskutiert. Der Philosoph und Streitforscher David Lanius hat sich eingehend mit "Fake News" beschäftigt. Lydia Skrabania vom Diesseits-Magazin hat mit ihm über ihre probematische Rolle in den sozialen Medien und ihren Einfluss auf die Politik gesprochen - und darüber, was wir Fake News entgegensetzen können.
Vom Wort zur Tat?
Die Sprache, unser wichtigstes Mittel der Verständigung, wird zunehmend von Aggressivität geprägt - im Internet, in der Rhetorik rechter Politiker, in Bürgerprotesten auf der Straße, sogar im Bundestag. Seit dem Mord an dem Politiker Walter Lübcke im Juni 2019 ist die Frage nach dem Zusammenhang von Sprache und Gewalt stärker in den Fokus gerückt; eine Frage, die auch die Wissenschaft schon länger beschäftigt. Nach massiven Morddrohungen wurde Walter Lübcke vor seinem Haus erschossen. Erst die Worte, dann die Tat? Fördert die Verrohung der Sprache die Bereitschaft zu realer Gewalt?
Demonstrativer Bullshit in der politischen Kommunikation
In der Politik findet sich zunehmend ein sprachliches Mittel, das wir demonstrativen Bullshit nennen. Populisten und Demagogen setzen ihn ein, um die Normen des politischen Diskurses in ihrem Sinn zu verschieben, wie unsere Analyse aufzeigt.
Wie der Aufstieg des Populismus die Gesellschaft herausfordert
Für einen Artikel von Ruth Herberg über die gesellschaftlichen Herausforderungen angesichts des Aufstiegs des Populismus bin ich zu Streitkultur mit Andersdenkenden interviewt worden. Der ganze Artikel findet sich auf der Webseite der Frankfurter Rundschau.
Produktiv streiten
In der Familie, unter Freunden, aber auch im gesellschaftlichen, politischen Bereich: Streiten ist wichtig – aber konstruktiv. Mitgründer Mit Sabine Brandi habe ich darüber gesprochen, wie das geht und warum es wichtig ist, mit allen zu reden – auch mit Verschwörungsmythologen und Corona-Leugnern.
Nachzuhören auf der WDR-Seite in der Sendung "Neugier genügt".
Warum man mit "Coronaleugnern" reden und sie nicht so nennen sollte
Im Zuge der Coronapandemie versammeln sich immer wieder Menschen zu Protesten, weil sie mit der Coronapolitik der Bundesregierung nicht einverstanden sind. Im öffentlichen Diskurs ist jüngst angesichts dieser Zusammenkünfte der Ruf laut geworden, man solle den Teilnehmenden dieser Veranstaltungen am besten weder zuhören noch ihre Standpunkte diskutieren.
Dieser Ruf nach Ausgrenzung vom öffentlichen Diskurs ist symptomatisch für eine allgemeine Tendenz, sich der argumentativen Auseinandersetzung mit missliebigen Standpunkten zu entziehen. Wir sind als Gesellschaft gut beraten, dieser Tendenz entgegenzuwirken.
Wissenschaftliche Erkenntnis ist eine Frage des Mehr-oder-weniger und nicht des Ja-oder-nein
Wie viel Wissenschaftstheorie braucht die Wissenschaftskommunikation? Gregor Betz und David Lanius vom DebateLab des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) erläutern in einem Gastbeitrag von wissenschaftskommunikation.de, warum man sich in der Kommunikation genauer mit dem Begriff „Fakten“ und der Sicherheit von Erkenntnissen befassen sollte.
Hass im digitalen Raum
Der digitale Raum ist essentieller Bestandteil unseres gesellschaftlichen Lebens. Soziale Medien nehmen eine zentrale Rolle in unserem Alltag und Umgang miteinander ein. Dementsprechend gelten auch hier die Regeln des gesellschaftlichen Miteinanders und der konstruktiven Gesprächsführung. Diese Regeln werden durch Hassrede allerdings strategisch boykottiert, was die demokratische Streitkultur gefährdet. Die hasserfüllten Reaktionen auf die 16-jährige Klima-Aktivistin Greta Thunberg sind nur ein - besonders sichtbares - Beispiel unter zahllosen Fällen von Hassrede.
Eine bessere Streitkultur für Politik und Gesellschaft?
Ohne Streit ist unsere Demokratie nicht überlebensfähig. Wir brauchen die Auseinandersetzung für eine öffentliche Meinungsbildung und konstruktive Lösungen. Stattdessen herrscht häufig ein Kampf um Aufmerksamkeit, Selbstbestätigung und die Skandalisierung des Gegners.
Wir werden mit Prof. Dr. Andrea Römmele (Hertie School of Governance) und Prof. Dr. Annette Leßmöllmann (Karlsruher Institut für Technologie) die Fragen diskutieren, warum es wichtig und wie es wieder möglich ist, miteinander zu streiten – ohne sich zu spalten.
Vier Regeln für konstruktive Kritik
Häufig stößt man auf Meinungen oder Argumente, die man für falsch oder sogar unsinnig hält. Doch wie kann man - wie sollte man - darauf reagieren?
Es gibt ein sehr einfaches Werkzeug, um in den meisten Streitgesprächen konstruktiv zu bleiben (zumindest solange das Gegenüber ebenfalls an einem tatsächlichen Austausch interessiert ist): Vier einfache Regeln für konstruktive Kritik, die jeder befolgen kann und die die Chancen erhöhen, dass man selbst wirklich zuhört, auf die Punkte des Anderen konkret eingeht und das Gegenüber die eigene Kritik im Gegenzug gut aufnimmt.
Wann ist Provokation sinnvoll und legitim?
Provokation ist ein gut eingeübtes Stilmittel von Trump. Er verwendet sie als Ausdruck der Stärke: "Seht her, ich kann das! Ich erhebe mich über die geltenden Normen." Aber auch als Aufmerksamkeitsmagnet: Er hatte damit bereits im Präsidentschaftswahlkampf 2016 das Aufmerksamkeitsrennen in der öffentlichen Debatte gewonnen.
Die Wahrheit schafft sich ab: Wie Fake News Politik machen
Unser neues Buch über Fake News ist erschienen und kann auf Amazon.de, Reclam.de und Bücher.de bestellt werden; oder direkt beim Buchhändler um die Ecke!
Warum gibt es Fake News? Und warum verbreiten sie sich so erfolgreich? Weil der Mensch nicht so rational ist, wie er gerne denkt. Denn Fake News gibt es schon, solange es Nachrichten gibt. Neu ist das Ausmaß von Fake News. Und das hat mit der Funktionslogik sozialer Netzwerke zu tun. Inhalte werden geteilt, weil man zu einer Gruppe gehören möchte, oder weil sie zu dem passen, was man ohnehin schon glaubt.
Wir bieten in unserem Buch eine umfassende Analyse der Erfolgsgeschichte von Fake News sowie Lösungsmöglichkeiten, wie die Gesellschaft ihrem Einfluss wieder entkommen kann.
Ist Donald Trump ein Lügner? Fake News, Lügen und Bullshit
Wenn das Thema auf Fake News kommt, dauert es nicht lange bis der Name des US-Präsidenten fällt. Donald Trump ist eine unerschöpfliche Quelle von Fake News. Wie kein Zweiter nutzt er die neuen Medien, um Falschheiten und Irreführungen in die Welt zu setzen. Denken wir nur an seine Tweets über steigende Mordraten, vergewaltigende Mexikaner, Chinas Erfindung des Klimawandels, die Besucherzahlen seiner Amtseinweihung oder massenhaften Wahlbetrug zugunsten seiner Rivalin Hillary Clinton. Trumps Behauptungen in den sozialen Medien umfassen inzwischen Tausende nachweisbarer Falschaussagen. Derart lax ist sein Umgang mit der Wahrheit, dass Journalisten in Washington verzweifeln. Einer äußerte sich dazu mit den inzwischen geflügelten Worten: „Das ist es, was es so schwierig macht, über Trump zu berichten: Was meint er, wenn er Worte sagt?”
Wie wir mit Andersdenkenden diskutieren können
In politischen Debatten geht es oft um Sieg oder Niederlage. Dabei könnten wir durch Diskussionen mit Andersdenkenden vor allem eines werden: schlauer.
Wenn wir von politischen Diskussionen reden, klingt das oft nach Kampf. Wir reden vom TV-"Duell", ein Politiker muss eine "Niederlage" einstecken oder er trägt einen "Sieg" davon. Auch Medien inszenieren politische Diskussionen oft so, als würden sich unversöhnliche Ideologien auf einem Schlachtfeld bekämpfen. Doch ist das ein gutes Bild? Warum diskutieren wir überhaupt mit Andersdenkenden? Und warum sollten wir mit ihnen diskutieren?
Mit Rechtspopulisten reden
In der Bildungsarbeit trifft man immer häufiger auf rechtspopulistische Positionen. Ein Vorschlag, wann und wie man darauf eingehen könnte.
Rechtspopulismus ist in ganz Europa auf dem Vormarsch. Auch in Deutschland verschiebt sich der öffentliche Diskurs immer stärker. Bedrohungsszenarien machen viele Menschen empfänglich für eine Politik, die auf globale Aufgaben mit Abschottung und Nationalismus reagiert.Gerade in der politischen Bildungsarbeit stellt die Konfrontation mit Menschen, die rechtspopulistische Standpunkte vertreten, daher eine immer größere Herausforderung dar. Ob im Seminar, am Infostand, in Kommentarspalten oder auf Panels – wie kann man rechtspopulistischen Standpunkten begegnen?